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Kann ein geringfügig Beschäftigter, der nur einen Tag pro Woche arbeitet, auch das große Pendlerpauschale beanspruchen?

Nach Meinung der Finanzverwaltung steht das große Pendlerpauschale bei Vorliegen aller anderen Voraussetzungen nicht zu, da der jeweilige Arbeitsweg an mindestens 11 Tagen pro Woche zurückgelegt werden müsse. Diese Rechtsmeinung stützt sich darauf, dass, bezogen auf den Lohnzahlungszeitraum, überwiegend gependelt werden müsse und bei einer Durchschnittsbetrachtung von 20 Arbeitstagen eben an mehr als 10 Tagen die Strecke Wohnung - Arbeitsstätte - Wohnung zurückgelegt werden muss.

Bei einer 1-Tage Arbeitswoche wird aber im Lohnzahlungszeitraum - bezogen auf die Arbeitstage - ebenfalls überwiegend gependelt, wenn im Monat wenigstens an ca. 3 Tagen der Arbeitsweg zurückgelegt wird.

Der UFS Wien hat zu dieser Frage daher kürzlich entschieden, dass auch bei eben einer 1-Tages-Woche im Lohnzahlungszeitraum überwiegend gependelt wird, wenn an mindestens 3 von 4-5 Arbeitstagen die Strecke tatsächlich zurückgelegt wird. Somit steht nach dem UFS Wien grundsätzlich für regelmäßig an den Arbeitstagen unternommene Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte das große Pendlerpauschale auch bei einem geringfügigen Arbeitsverhältnis zu. Bei nur einem Arbeitstag pro Woche ist allerdings das gebührende Pauschale auf Basis der Arbeitstage zu aliquotieren, es wäre daher nur 1/5 des Pendlerpauschales zu berücksichtigen.

Es gilt jedoch noch anzumerken, dass durch die Finanzverwaltung Amtsbeschwerde beim VwGH eingebracht wurde und diesbezüglich daher noch Rechtsunsicherheit bis zur VwGH-Entscheidung besteht.


Artikel stand am 31.08.2010 in den OÖNachrichten - Wirtschaft Geld