Print_header

Die Pflichten des Geschäftsführers in Krisenzeiten

Die derzeitige Finanz– und Wirtschaftskrise ist tagtäglich in den Medien präsent. Die Auswirkungen sind mittlerweile auch in zahlreichen heimischen Betrieben spürbar, wodurch in manchen Fällen auch ein frühzeitiges Krisenmanagement notwendig wird. Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften haben diesbezüglich besondere Verpflichtungen aufgrund des GmbH-Gesetzes und des Aktiengesetzes, um nicht gegenüber den Gesellschaftern oder Gläubigern haftbar zu werden.

GmbH-Geschäftsführer sind nach den Bestimmungen des GmbH-Gesetzes verpflichtet, mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes die Geschäfte der GmbH zu führen. Dazu gehört insbesondere ein den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Rechnungswesen und ein Kontrollsystem zur Früherkennung von Fehlentwicklungen. Ein Geschäftsführer sollte eine Jahresplanung erstellen und sich durch laufende Soll-Ist Vergleiche von der Einhaltung der Planzahlen überzeugen. Auch eine Finanzplanung mit Liquiditätsvorschauen gehört zu einer pflichtbewussten Unternehmensführung.

Es ist gerade in Zeiten eines wirtschaftlich schwierigen Umfeldes für den Geschäftsführer wichtig, ein aktuelles Zahlenmaterial zur Verfügung zu haben, um negativen Entwicklungen zeitgerecht entgegensteuern zu können. Entwickelt sich ein Unternehmen negativ und ist bereits die Hälfte des Stammkapitals mit Verlusten aufgebraucht, so sind Geschäftsführer verpflichtet, eine Generalversammlung einzuberufen und die Gesellschafter davon in Kenntnis zu setzen. Den Gesellschaftern wird somit die Gelegenheit gegeben, die weitere Geschäftspolitik festzulegen. Selbstverständlich kann der Geschäftsführer bereits im Vorfeld der Generalversammlung Empfehlungen zu Sanierungsmaßnahmen vorschlagen. Ist das Unternehmen buchmäßig überschuldet oder bereits zahlungsunfähig, so hat der Geschäftsführer innerhalb einer 60-Tagesfrist zu entscheiden, ob eine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen gestellt und die Zahlungsunfähigkeit beseitigt werden kann. Gelingt dies dem Geschäftsführer nicht, so hat er ohne Verzögerung einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht zu stellen, will er selbst nicht wegen verzögerter Konkursanmeldung eine persönliche Haftung riskieren. Treten bei einem Geschäftsführer Zweifel in Haftungsfragen auf, so sollte er unverzüglich einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen, um das persönliche Haftungsrisiko im Einzelfall umfassend zu erörtern.