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Totenmahl im Rahmen eines einfachen Begräbnisses abzugsfähig

War es bisher einhellige Rechtsmeinung, dass im Rahmen von Begräbniskosten die Kosten des Todesmahles keinesfalls angesetzt werden können, so hat nunmehr der UFS Wien in einer Entscheidung ausgeführt, dass im Rahmen der Kosten für ein einfaches ortsübliches Begräbnis, das nicht im Nachlass gedeckt ist, auch die Kosten des Totenmahles steuermindernd angesetzt werden können. Dies wurde damit begründet, dass die Gestaltung eines Begräbnisses zu den höchstpersönlichen Angelegenheiten des Kostenträgers gehört und daher Zweckmäßigkeit und Angemessenheit einzelner Aufwendungen im Rahmen eines einfachen, ortsüblichen Begräbnisses nicht zu prüfen sind, solange insgesamt der Gesamtrahmen von € 6.000,- nicht überschritten wird. Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2002 sollen die Kosten eines würdigen Begräbnisses sowie eines einfachen Grabmals sich bundeseinheitlich auf höchstens je € 3.000,- belaufen. Nach Ansicht des UFS ist jedoch pauschal davon auszugehen, dass im Umfang eines Betrages aller im Rahmen einer einfachen Bestattung anfallenden ortsüblichen Aufwendungen von € 6.000,- ein einfachen Begräbnis vorliegt. Auch bei höheren Kosten könnte Zwangsläufigkeit vorliegen, wenn besondere Umstände – etwa ungewöhnlich hohe Überführungskosten – nachgewiesen werden können.